Wenn der Growatt-Datenlogger rot blinkt, ist laut Growatts eigenem Handbuch alles in Ordnung: Beim ShineWiFi-X bedeutet rotes Blinken „erfolgreich mit dem Wechselrichter verbunden“, also die erste Stufe der Verbindungskette und kein Fehler. Eine gescheiterte Verbindung zeigt dagegen dauerhaftes Grün. Anders liegt der Fall bei der LED am Wechselrichter selbst: Dort ist Rot sehr wohl eine Störung. Wer also „rot“ sieht, klärt am besten zuerst, an welchem der beiden Geräte.
Growatt-Datenlogger blinkt rot: die LED-Tabelle aus dem Handbuch
Der ShineWiFi-X hat eine einzige mehrfarbige LED. Sie zeigt keine Anlagenleistung an, sondern ausschließlich, wie weit der Stick in einer Kette von drei Verbindungen gekommen ist: erst zum Wechselrichter, dann zum Router, dann zum ShineServer. Jede Farbe steht für eine Stufe dieser Kette.
| LED am Datenlogger | Bedeutung laut Handbuch |
|---|---|
| aus | keine Verbindung zum Wechselrichter |
| blinkt rot | mit dem Wechselrichter verbunden |
| blinkt grün | mit Wechselrichter und Router verbunden |
| blinkt blau | mit Wechselrichter, Router und ShineServer verbunden |
Growatts gemeinsame Anleitung für ShineWiFi-X und ShineWiFi-S, die dieselben Anzeigen haben, ergänzt die Dauerzustände:
| Zustand | Bedeutung laut X/S-Anleitung |
|---|---|
| blinkt rot | Ausgangszustand der Konfiguration |
| leuchtet blau dauerhaft | AP-Modus, also Konfigurationsbetrieb |
| blinkt grün | mit dem Router verbunden, aber der Router hat kein Internet |
| leuchtet grün dauerhaft | Verbindung fehlgeschlagen |
Rot ist hier ein Zwischenstand auf dem Weg nach oben, kein Alarm. Das ruhige Grün, das nach nichts aussieht, ist der einzige Zustand, der eine gescheiterte Verbindung benennt. Und vollständig gesund ist allein das blaue Blinken: Dann kommen die Daten bis zum Server.
Die Tabellen gelten für den ShineWiFi-X und den ShineWiFi-S, nicht für den ShineWiFi-F oder den eigenständigen ShineLan-Stick.
Growatt WLAN-Stick: blinkt blau, leuchtet grün, blinkt grün, was die Farbe jeweils bedeutet
Die Farben trennen sehr unterschiedliche Probleme voneinander:
- Blinkt rot. Der Stick spricht mit dem Wechselrichter, aber noch nicht mit dem Router. Bleibt es dauerhaft dabei, liegt es an der WLAN-Seite: neuer Router, geänderte SSID, geändertes Passwort, ein Netz, das nur im 5-GHz-Band funkt, oder schlicht zu wenig Signal am Montageort des Wechselrichters. So sieht es typischerweise aus, wenn sich der Datenlogger nicht verbindet.
- Blinkt grün. Der Router ist erreicht, das Internet dahinter nicht. Das ist der klassische Fall von „keine Verbindung zum Server“, und einer, bei dem am Wechselrichter selbst nichts zu tun ist.
- Leuchtet grün dauerhaft. Die Verbindung ist fehlgeschlagen. Das ist der Zustand, der tatsächlich eine Meldung wert wäre.
- Blinkt blau. Die Kette steht. Das heißt aber nicht, dass die Anlage auch produziert (dazu unten mehr). Leuchtet das Blau dagegen dauerhaft, ist der Stick im AP-Modus, also im Konfigurationsbetrieb.
Datenlogger oder Wechselrichter? Die rote LED bedeutet an beiden Geräten etwas anderes
Es sind zwei Geräte mit zwei getrennten Anzeigen, und eine Verwechslung kann teuer werden:
| Gerät | Grün | Rot |
|---|---|---|
| Datenlogger (ShineWiFi-X) | dauerhaftes Grün = Verbindung fehlgeschlagen; grünes Blinken = Router ohne Internet | rotes Blinken = mit dem Wechselrichter verbunden, also normal |
| Wechselrichter (MIN TL-XH) | dauerhaftes Grün = Normalbetrieb | dauerhaftes Rot = Störung |
Am Wechselrichter gilt also die gewohnte Ampellogik, am Stick die umgekehrte. Praktisch heißt das: Schauen Sie zuerst nach, wo die LED sitzt. Der Datenlogger ist der kleine Stick, der am Wechselrichter steckt; die Status-LED des Wechselrichters sitzt am Gerät selbst.
Leuchtet die LED am Wechselrichter rot, gehört dazu in aller Regel ein Text oder eine Nummer auf dem Display. Deren Bedeutung hängt bei Growatt von der Baureihe ab: Derselbe Fehler trägt je nach Baureihe eine andere Nummer („PV Isolation Low“ ist 203 bei MIN TL-X/TL-XH und 125 bei den 30–50K TL3-S/NS), und Warning 203 ist ein anderer Fehler als Error: 203. Die Zuordnung steht im Ratgeber Growatt Fehler 203, 125 und 117.
Blinkt dagegen der Stick rot und Sie sehen trotzdem keine Daten, ist die Reihenfolge eine andere: erst am Gerät prüfen, ob überhaupt produziert wird, dann die Verbindung Schritt für Schritt verfolgen. Diesen Weg beschreibt der Ratgeber Wechselrichter offline trotz Sonne.
„Growatt Datenlogger offline“ in ShinePhone, obwohl die LED blau blinkt
Auch das kommt vor, und es ist kein Widerspruch. Die App zeigt den Zustand, den der Server zuletzt gespeichert hat; die LED zeigt den Zustand, den der Stick gerade sieht. Dazwischen liegen der Mobilfunk- oder Festnetzanschluss, der ShineServer und die App selbst.
Im Netz kursieren feste Minutenangaben, ab wann eine Anlage im Portal als offline gilt. In Growatts Unterlagen steht keine solche Schwelle; verlassen Sie sich bei der Einschätzung deshalb nicht auf eine solche Zahl.
Belastbarer ist der umgekehrte Weg: Prüfen Sie an einem hellen Mittag am Display des Wechselrichters oder am Zähler nach, ob gerade eingespeist wird. Läuft die Anlage, handelt es sich um ein Kommunikations- oder Portalproblem: Dann fehlen nur die Daten, nicht der Strom. Dass so etwas tagelang dauern kann, ohne dass es jemandem auffällt, beschreibt ein Betreiber so:
Das seit 2 Tagen das SolgarEdge Monitoring Portal nicht funktioniert, ist ja nichts ungewöhnliches. Nur ist im Router der WR offline …
Die Beobachtung stammt von einer SolarEdge-Anlage, das Muster ist markenunabhängig: Wenn ein zweitägiger Ausfall der Datenanzeige als „nichts Ungewöhnliches“ durchgeht, fällt ein echter Stillstand im selben Zeitraum ebenso wenig auf.
Growatt-Datenlogger zurücksetzen (Reset): wann er etwas bringt
Aus der LED-Tabelle ergibt sich eine kurze Reihenfolge, und sie beginnt nicht mit dem Reset:
- Rotes Blinken. Kein Grund für einen Reset. Der Stick ist mit dem Wechselrichter verbunden; offen ist nur die WLAN-Verbindung. Prüfen Sie, ob sich am Router etwas geändert hat und wie stark das Signal am Montageort ist.
- Grünes Blinken. Router erreicht, Internet nicht. Das ist ein Fall für den Internetanschluss, nicht für die Anlage.
- Dauerhaftes Grün. Die Verbindung ist fehlgeschlagen. Hier lohnt sich der Weg über Neuverbindung und Konfiguration.
- LED aus. Laut Handbuch kommt keine Verbindung zum Wechselrichter zustande. Sitzt der Stick fest in seinem Anschluss, und läuft der Wechselrichter überhaupt?
Alles, was über das Abziehen und Wiedereinstecken des Sticks und die WLAN-Konfiguration hinausgeht, gehört in die Hände einer Elektrofachkraft.
Wer bekommt es eigentlich mit, wenn die Verbindung dauerhaft weg ist?
Growatts Meldungen sitzen im Webportal ShineServer: drei Häkchen für Alarme, Tages- und Monatsberichte. Diese Kästchen hängen an der E-Mail-Adresse, die bei der Inbetriebnahme für die Anlage hinterlegt wurde. War das die des Installateurs, gehen die Meldungen dorthin. Sehen Sie deshalb an Ihrer eigenen Anlage nach, ob diese drei Kästchen angehakt sind und welche Adresse dahintersteht, statt es anzunehmen. Die automatische Erkennung von Auffälligkeiten bewirbt Growatt in ShineTools, der App für Fachbetriebe.
Wo diese Adresse hinterlegt ist und wie Sie sie ändern lassen, zeigt der Ratgeber Wer bekommt Ihre Störungsmeldungen? Schritt für Schritt. Für SolarEdge-Anlagen gibt es die gleiche Übung mit anderen Menüs: SolarEdge-Fehlercodes. Und wenn es den Installationsbetrieb nicht mehr gibt: Solarfirma insolvent – was tun?
Zwei Betreiber beschreiben, was daraus in der Praxis wird. Beim ersten steht die Kontrolle in keinem Kalender:
Wir bekommen es einfach nicht hin, jedes Monat zu prüfen, ob alle Wechselrichter noch in Betrieb sind
Der zweite liefert die Rechnung dazu:
Auf Grund der Ablesung im Dez. 2013 habe ich festgestellt, das die Anlage viel mehr hätte bringen müssen. Bei der Prüfung wurde festgestellt, das 2 Strings auf Grund verschmorter Stecker nicht gearbeitet haben. Ich habe insgesamt ein Ertragsausfall von ca. 4000€.
Aufgefallen ist der Ausfall bei der Jahresablesung im Dezember, rund zwölf Monate nach Beginn.
Was ein unbemerkter Ausfall kostet
Zwei Beträge aus demselben Forum zeigen die Spannweite. Ein Betreiber beziffert drei Wochen Wartezeit auf ein Austauschgerät mit 300 € Ertragsausfall (Photovoltaikforum, 2012, Thread). Ein anderer kommt für seine 12,5-kWp-Anlage über 532 Tage auf 1.038,98 € (Photovoltaikforum, 2023, Thread). In beide Rechnungen geht jeder Tag ein, an dem der Ausfall unbemerkt blieb.
Warum das Ablesen einer LED keine Überwachung ist
Die Farbe, die Sie beunruhigt hat, ist der Normalzustand. Die Farbe, die eine gescheiterte Verbindung meldet, sieht beruhigend aus. Und selbst der beste Zustand (blaues Blinken) sagt nur, dass Daten ankommen, nicht welche.
Damit hat eine LED drei Grenzen, die sich nicht wegkonfigurieren lassen. Sie sitzt dort, wo der Wechselrichter hängt (im Keller, in der Garage, im Hauswirtschaftsraum), und dort kommt selten jemand täglich vorbei. Sie kennt keine Erwartung: Null Watt bei Sonnenschein sieht für sie aus wie null Watt bei Nacht. Und sie meldet sich nicht von selbst: Man muss sie ansehen, und zwar genau an dem Tag, an dem sie sich ändert.
Diesen täglichen Blick übernimmt Solmiro. Es zählt jeden Tag die angekommenen Kilowattstunden und legt sie neben das, was das Wetter über Ihrem Dach erwarten ließ. Bleibt der Ertrag deutlich darunter oder fällt er aus, bekommen Sie eine E-Mail, gleich in welcher Farbe der Stick gerade blinkt. Verbinden kostet nichts; wie es mit Growatt-Geräten funktioniert, steht auf der Seite zur Growatt-Überwachung.
Fragen, die Anlagenbesitzer stellen
Growatt Datenlogger blinkt rot: Ist die Anlage defekt?
Nein. Laut Handbuch des ShineWiFi-X bedeutet rotes Blinken „erfolgreich mit dem Wechselrichter verbunden“. Das ist die erste erreichte Stufe der Verbindungskette und kein Fehlerzustand. Vollständig verbunden, mit Wechselrichter, Router und ShineServer, ist der Stick erst, wenn er blau blinkt.
Welche Farbe am Growatt-Datenlogger zeigt wirklich einen Fehler an?
Dauerhaftes Grün: Dann ist die Verbindung fehlgeschlagen. Grünes Blinken heißt, dass der Stick mit dem Router verbunden ist, der Router aber kein Internet hat, und eine dunkle LED, dass keine Verbindung zum Wechselrichter zustande kommt. Ein ruhig leuchtendes Grün ist also der Zustand, der Aufmerksamkeit verdient.
Was bedeutet eine rote LED am Growatt-Wechselrichter selbst?
Etwas anderes als am Datenlogger. Bei den MIN TL-XH steht dauerhaftes Grün für den Normalbetrieb und dauerhaftes Rot für eine Störung. Die erste Frage bei „rot“ lautet deshalb immer: An welchem der beiden Geräte leuchtet es, am kleinen Stick, der am Wechselrichter steckt, oder am Wechselrichter selbst?
Growatt Datenlogger blinkt blau: Heißt das, die Anlage produziert?
Nein. Blaues Blinken heißt, dass der Stick mit Wechselrichter, Router und ShineServer verbunden ist. Es sagt, dass Daten ihren Weg finden, nicht, welche Werte darin stehen. Ein Wechselrichter kann auch sauber gemeldete null Watt liefern. Ob Leistung ankommt, sehen Sie nur am Display oder in der Anlagenübersicht.
Muss ich den Growatt-Datenlogger zurücksetzen, wenn er rot blinkt?
Rotes Blinken allein ist kein Anlass dafür, es ist der normale Zustand nach dem Verbindungsaufbau zum Wechselrichter. Ein Blick auf die Netzwerkseite lohnt sich dagegen bei grünem Blinken (Router ohne Internet), bei dauerhaftem Grün (Verbindung fehlgeschlagen) und nach jedem Wechsel von Router, SSID oder WLAN-Passwort.