Super-El-Niño-Winter 2026/27: woran Sie erkennen, ob Ihre PV-Anlage zu wenig produziert – oder ob es nur das Wetter ist

El-Niño-Winter 2026/27: Der Einfluss auf Deutschland ist umstritten, der Dezember liefert nur 2,7 % des Jahresertrags (Mitte Deutschlands). Defekt oder Wetter?

Für Ihr Dach in Deutschland folgt aus einem starken El Niño wenig. Den Einfluss von El Niño auf das Wetter in Mitteleuropa nennt der Deutsche Wetterdienst „in Wissenschaftskreisen eher umstritten“, auch wenn die NOAA für Herbst und Winter 2026/27 über 90 Prozent Wahrscheinlichkeit für ein sehr starkes Ereignis angibt. In der Mitte Deutschlands bringt der Dezember ohnehin nur 2,7 Prozent des Jahresertrags. Ob ein schwacher Winter Wetter war oder ein Defekt, zeigt deshalb nur ein Soll-Ertrag für Ihr eigenes Dach, gehalten gegen das Wetter dieser Tage.

El Niño 2026: Das sagt die NOAA

Das Climate Prediction Center (CPC) des US-Wetterdienstes NOAA hat eine El-Niño-Warnung (El Niño Advisory) ausgegeben. In seiner Lagebeurteilung vom 10. September 2026 nennt es über 90 Prozent Wahrscheinlichkeit für ein sehr starkes El-Niño-Ereignis im Herbst und Winter 2026/27 auf der Nordhalbkugel, und 75 Prozent dafür, dass das Ereignis von Oktober bis Dezember 2026 stärker wird als jedes seit 1950.

Diese Werte beschreiben Meeresoberflächentemperaturen im tropischen Pazifik. Sie sagen nichts darüber, wie bewölkt es im Dezember über Niedersachsen ist.

El Niño und Europa: was das für den Winter in Deutschland heißt und was nicht

Der DWD beschreibt El Niño als großräumiges Zirkulationsmuster über dem Pazifik mit Einfluss auf das globale Wettergeschehen; als Beispiel nennt er tropische Wirbelstürme über dem Atlantik, keinen mitteleuropäischen Winter.

Zu Mitteleuropa schreibt der DWD in einem eigenen Beitrag: „Der Einfluss der Warm- und Kaltphasen der El Niño Southern Oscillation (…) auf unser Wettergeschehen hier in Mitteleuropa ist in Wissenschaftskreisen eher umstritten.“ Als möglichen Mechanismus im Winterhalbjahr nennt er einen stärkeren Polarwirbel über der Arktis, aber nur als etwas, das in der Fachdiskussion „ins Spiel gebracht“ wird, und den Zusammenhang selbst als offene Forschungsfrage.

Auch Saisonvorhersagen helfen hier nicht weiter. Über die Jahreszeitenvorhersage des ECMWF schrieb der DWD in einem anderen ENSO-Jahr, sie sage „nach wie vor nicht viel über den kommenden Winter aus“; langfristige Vorhersagen seien nur bis zu einem gewissen Grad möglich.

Das Signal im Pazifik ist groß und gut gemessen, der Weg von dort zu Ihrem Dezember ist es nicht. Niemand, weder die NOAA noch der DWD, kann Ihnen sagen, wie viele Kilowattstunden Ihr Dach in der zweiten Dezemberwoche liefern sollte.

Was den Photovoltaik-Ertrag im Winter ohnehin bestimmt

Unabhängig von ENSO gilt das, was den Winter zum Winter macht: kurze Tage und ein tief stehender Sonnenstand. Wie stark sich das im Ertrag niederschlägt, lässt sich für Ihre Adresse beziffern, ohne dass irgendjemand das Wetter der kommenden Monate kennen muss: PVGIS, das Rechenwerkzeug der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission, gibt langjährige Monatsmittel aus.

Für einen Punkt in der Mitte Deutschlands (51,0° N / 10,0° O) liefert PVGIS diese Monatswerte, für 1 kWp nach Süden, mit 38° Neigung freistehend montiert und 14 Prozent Systemverlusten:

MonatkWh pro kWp
Januar33,31
Februar51,03
März90,38
April120,63
Mai125,68
Juni126,04
Juli129,21
August117,83
September100,64
Oktober68,92
November37,88
Dezember27,97
Jahr1.029,51

November bis Februar bringen zusammen 150,19 kWh, 14,6 Prozent des Jahresertrags in vier Monaten. Der Dezember allein bringt 27,97 kWh oder 2,7 Prozent, den niedrigsten PV-Ertrag des Jahres; der Juli mit 129,21 kWh etwa das 4,6-Fache. Für Ihre Adresse, Ihre Neigung und Ihre Ausrichtung sieht die Tabelle anders aus, ebenso für eine dachparallele Montage; PVGIS rechnet beides kostenlos.

Die Verbraucherzentrale rechnet in ihren Planungsbeispielen mit 900 kWh pro kWp im Jahr und einem Haushaltsverbrauch von etwa 3.500 kWh. Das ist eine Annahme für eine Beispielrechnung, der PVGIS-Wert oben dagegen ein modellierter Ertrag bei optimaler Neigung; verrechnen lassen sich die beiden nicht. Wie Sie aus beidem einen belastbaren Soll-Ertrag für Ihre Anlage machen, steht im Ratgeber PV-Ertrag mit dem Wetter vergleichen und, für die Jahreskennzahl, unter spezifischer Ertrag in kWh pro kWp.

Zwei Winterthemen haben eigene Seiten, weil sie eigene Regeln und eigene Sicherheitsfragen haben: Schnee auf der Photovoltaik und die PV-Anlage nach einem Sturm prüfen.

Warum eine PV-Anlage zu wenig produzieren kann, ohne dass es auffällt

Der Winter ist die Jahreszeit, in der ein Ausfall am wenigsten sichtbar wird: im Monatswert, weil ohnehin wenig erwartet wird, und im Jahreswert, weil der Dezember nach der Rechnung oben nur 2,7 Prozent beiträgt. Im Dezember sehen ein niedriger Monat und ein Defekt gleich aus, und für einen Minderertrag liegt die harmlose Erklärung immer schon bereit.

Wie das ausgeht, steht in Betreiberforen. Ein Betreiber im Photovoltaikforum, 21 kWp, seit 2012 in Betrieb:

Auf Grund der Ablesung im Dez. 2013 habe ich festgestellt, das die Anlage viel mehr hätte bringen müssen. Bei der Prüfung wurde festgestellt, das 2 Strings auf Grund verschmorter Stecker nicht gearbeitet haben. Ich habe insgesamt ein Ertragsausfall von ca. 4000€.

— Photovoltaikforum, 2014, Thread

Zwei Strings standen still, weil Stecker verschmort waren, und aufgefallen ist es erst bei der Ablesung im Dezember 2013.

Ein Betreiber in einem britischen Forum schob niedrigere Zahlen seit der Installation auf bewölkteres Wetter und die Alterung der Module. Als er den Wechselrichter kontrollierte, arbeitete String 2 einwandfrei; String 1 hatte zwar die richtige Spannung (360 V), aber null Stromstärke und erzeugte nichts. Der Wechselrichter schien normal zu arbeiten und zeigte keine Fehlermeldung (MoneySavingExpert-Forum, 2019). Woran Sie einen solchen Ausfall erkennen, steht unter Wechselrichter defekt erkennen.

Soll-Ertrag statt Vorjahr: der eine Vergleich, der Wetter und Defekt trennt

Was diesen Winter von anderen unterscheidet, ist die Erklärung, die jederzeit bereitliegt. Ein Winter, für den eine große Zahl aus dem Pazifik im Raum steht und für den zugleich niemand eine Vorhersage liefert, ist der, in dem sich ein echter Defekt am besten versteckt: Ein schwacher Dezember sieht nach Wetter aus, die App zeigt in beiden Fällen eine plausible Zahl, und im Fall oben war es am Ende die Zählerablesung, über die der Fehler auffiel. Weil niemand sagen kann, was dieser Winter bringt, lässt sich „es war wohl das Wetter“ auch nicht widerlegen, jedenfalls nicht ohne Vergleichsmaßstab.

Der Maßstab, der das leistet, ist nicht das Vorjahr und keine Vorhersage. Es ist Ihre eigene Produktionshistorie, abgeglichen mit dem Wetter über Ihrer eigenen Adresse. Konkret:

  1. Holen Sie sich die Tageswerte in kWh aus dem Portal Ihres Wechselrichters oder aus einem Monatsbericht. Einzelne Tage sagen wenig; eine ganze Woche ist die brauchbare Einheit.
  2. Nehmen Sie eine auffällig schwache Woche und vergleichen Sie sie mit dem Wetter, das diese Woche tatsächlich hatte, nicht mit derselben Woche des Vorjahres. Das Vorjahr hatte anderes Wetter, deshalb trägt der Vergleich nicht. Das Vorgehen Schritt für Schritt steht im Ratgeber PV-Ertrag mit dem Wetter vergleichen.
  3. Bleibt eine Lücke übrig, die das Wetter dieser Woche nicht erklärt, ist das ein Befund. Erst dann lohnt der Anruf beim Fachbetrieb, mit Datum und Zahlen statt mit einem Gefühl.

Diesen Abgleich macht Solmiro jeden Tag. Es liest die Produktionsdaten aus dem Portal Ihres Wechselrichters (SolarEdge, Enphase, Growatt) und schreibt Ihnen eine E-Mail, wenn eines von drei Dingen eintritt: Die Produktion steht komplett, Daten fehlen, oder der Ertrag bleibt deutlich hinter dem zurück, was das Wetter über Ihrem Dach zuließ. Eine Wettervorhersage braucht es dafür nicht. Das Verbinden ist kostenlos; wie es abläuft, steht unter So funktioniert es. Wenn eine Anlage nach einem Stillstand nicht von selbst zurückkommt, führt der Weg über die Störungssuche: Wechselrichter offline trotz Sonne.

Was Sie jetzt, vor dem Winter, tun können

Vier Dinge, die sich vor dem ersten schwachen Monat erledigen lassen und danach nicht mehr.

  1. Soll-Ertrag festhalten. Lassen Sie sich die Monatswerte für Ihre Adresse, Neigung und Ausrichtung in PVGIS ausgeben und notieren Sie sie. Im Februar wissen Sie dann, woran Sie den Januar messen.
  2. Klären, wer die Störungsmeldungen bekommt. Bei vielen Anlagen laufen die E-Mails des Portals auf die Adresse des Installateurs, nicht auf Ihre. Was Sie prüfen und umstellen können, steht unter Wer bekommt Ihre Störungsmeldungen?.
  3. Schnee und Sturm vorher durchdenken. Was bei Schneeauflage sinnvoll ist und was Sie auf keinen Fall selbst tun sollten, steht unter Schnee auf Photovoltaik; was nach einem Sturm zu prüfen ist und von wem, unter PV-Anlage nach Sturm prüfen.
  4. Den Turnus einhalten, den die Verbraucherzentrale nennt: Funktion und Ertrag regelmäßig kontrollieren und spätestens alle fünf Jahre Sicherheit und Funktion von einer Fachperson prüfen lassen. Das Zweite ist ein Termin vor Ort; das Erste ist der Blick auf die Zahlen, um den es auf dieser Seite geht.

Fragen, die Anlagenbesitzer stellen

Bringt ein starker El Niño einen besonders dunklen oder kalten Winter in Deutschland?

Das lässt sich so nicht sagen. Der Deutsche Wetterdienst schreibt: „Der Einfluss der Warm- und Kaltphasen der El Niño Southern Oscillation (…) auf unser Wettergeschehen hier in Mitteleuropa ist in Wissenschaftskreisen eher umstritten.“ Die NOAA-Zahlen zu El Niño beschreiben den tropischen Pazifik, nicht den Winter über Ihrem Dach.

Wie viel Prozent des Jahresertrags entfallen auf den Winter?

In der Mitte Deutschlands 14,6 Prozent: Für 51,0° N / 10,0° O rechnet PVGIS mit 1.029,51 kWh pro kWp im Jahr, davon 150,19 kWh von November bis Februar. Der Dezember allein bringt 27,97 kWh, also 2,7 Prozent. Für Ihre Adresse, Neigung und Ausrichtung sieht die Rechnung anders aus.

Meine PV-Anlage produziert im Dezember fast nichts: Ist sie kaputt?

Das lässt sich am Monatswert allein nicht entscheiden, weil der Dezember auch im Normalfall der schwächste Monat des Jahres ist. Entscheidbar wird es, wenn Sie eine einzelne schwache Woche mit dem Wetter vergleichen, das über Ihrer Adresse tatsächlich geherrscht hat, und nicht mit dem Dezember des Vorjahres. Drei Befunde sind unabhängig davon eindeutig: gar keine Produktion, fehlende Daten über mehrere Tage, und ein deutlicher Rückstand auf einen Soll-Ertrag, der für Ihr Dach gerechnet ist.

Warum fällt ein Defekt aus dem Winter oft erst im Frühjahr auf?

Weil der Winter im Jahresergebnis wenig Gewicht hat. Nach den PVGIS-Monatswerten ist der Dezember rund 2,7 Prozent des Jahresertrags: Eine Anlage, die den ganzen Dezember stillsteht, schließt das Jahr rund 2,7 Prozent unter dem Soll-Ertrag ab. Diese Abweichung fällt in der Jahresabrechnung nicht auf. Auffällig wird derselbe Fehler erst, wenn er im Frühjahr noch da ist.

Beim nächsten Mal

Lassen Sie Solmiro Ihre Anlage jeden Tag prüfen.

Geht doch einmal etwas schief, kosten die Wochen, bis es jemand bemerkt, meist mehr als die Reparatur.

Solmiro vergleicht jeden Tag, was Ihr Wechselrichter liefert, mit dem Wetter über Ihrem Dach. Sie bekommen nur dann eine E-Mail, wenn etwas nicht stimmt: kein Ertrag an einem Tag, an dem das Wetter ihn zugelassen hätte, ein verstummter Wechselrichter oder ein Ertrag weit unter dem, was dieses Wetter hätte bringen müssen. Sie müssen nichts installieren und nichts öffnen.

Funktioniert mit SolarEdge, Enphase und Growatt, mit reinem Lesezugriff. Das Verbinden ist kostenlos und ohne Zahlungsdaten: Innerhalb einer Stunde sehen Sie Ihre letzten dreißig Tage. Die tägliche Prüfung kostet in den ersten 14 Tagen 1 €, danach 2,50 € im Monat, jährlich abgerechnet (30 € im Jahr inklusive MwSt.). Jederzeit online kündbar.

Ist Ihr Ertrag normal? Vergleichen Sie kostenlos und ohne Konto den Ertrag eines Monats mit dem Wetter über Ihrem Dach.

Quellen (8)

  1. NOAA / NWS Climate Prediction Center – ENSO Diagnostic Discussion (10.09.2026) cpc.ncep.noaa.gov
  2. DWD, Thema des Tages – „Wie beeinflusst El Niño unser Wetter in Europa?“ (22.05.2019) dwd.de
  3. DWD, Thema des Tages – „Der Winter rückt näher…“ (18.10.2022) dwd.de
  4. DWD, Thema des Tages – „Die atlantische Hurrikansaison 2026“ (12.06.2026) dwd.de
  5. PVGIS – Photovoltaic Geographical Information System (Joint Research Centre, Europäische Kommission) re.jrc.ec.europa.eu
  6. Verbraucherzentrale – Photovoltaik: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist (26.08.2026) verbraucherzentrale.de
  7. Photovoltaikforum – Ertragsausfall durch verschmorte Stecker (24.12.2014) photovoltaikforum.com
  8. MoneySavingExpert-Forum – Faulty Inverter or Panels? (10.06.2019) forums.moneysavingexpert.com

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