Die Photovoltaik liefert dann am meisten, wenn die Wärmepumpe am wenigsten braucht. Nach den PVGIS-Monatswerten für 1 kWp auf einem nach Süden ausgerichteten Dach mit 35° Neigung in der Mitte Deutschlands fallen von November bis Februar 147,19 kWh an, das sind 14,3 % des Jahresertrags von 1.028,82 kWh; auf Dezember und Januar zusammen entfallen 5,8 %. Eine PV-Anlage kann einen Teil des Stroms für die Wärmepumpe liefern, im Winter aber nicht genug, um die Heizung komplett zu betreiben, so die Verbraucherzentrale. Der Nutzen der Kombination liegt deshalb vor allem im März, April, September und Oktober. Und ab dem Tag der Inbetriebnahme müssen Sie genauer wissen, ob Ihr Dach überhaupt noch produziert.
Wärmepumpe und Photovoltaik im Winter: der Jahresgang in Zahlen
Was 1 kWp auf einem nach Süden ausgerichteten Dach mit 35° Neigung in der Mitte Deutschlands (51,0 N / 10,0 O) im Mittel liefert, laut PVGIS, dem kostenlosen Solarrechner der Europäischen Kommission:
| Monat | kWh je kWp | Monat | kWh je kWp |
|---|---|---|---|
| Januar | 32,56 | Juli | 130,45 |
| Februar | 50,24 | August | 118,32 |
| März | 89,75 | September | 100,21 |
| April | 120,74 | Oktober | 68,05 |
| Mai | 126,66 | November | 37,13 |
| Juni | 127,45 | Dezember | 27,26 |
| Jahr | 1.028,82 |
Aus diesen Monatswerten lässt sich der Versatz ablesen, um den es beim Thema Wärmepumpe geht:
- November bis Februar: 14,3 % des Jahresertrags (147,19 kWh).
- Dezember und Januar zusammen: 5,8 % (59,82 kWh).
- Heizhalbjahr Oktober bis März: 29,6 % (304,99 kWh), April bis September folglich 70,4 %.
- Juli bringt das 4,8-Fache des Dezembers (130,45 gegenüber 27,26 kWh).
Was Frühjahr und Herbst wirklich beitragen
Die vier Übergangsmonate März, April, September und Oktober ergeben zusammen 378,75 kWh je kWp, also 36,8 % des Jahres. Das ist die Zeit, in der beides gleichzeitig stattfindet: Die Heizung läuft noch oder wieder, und das Dach produziert bereits oder immer noch ordentlich. Wenn überhaupt, dann steigt der Eigenverbrauch in diesen Monaten und nicht im Hochwinter; wie stark, hängt vom Gebäude, von der Jahresarbeitszahl und vom Verbrauchsprofil ab und lässt sich nur an den eigenen Monatswerten ablesen.
Wärmepumpe und Photovoltaik mit Speicher: was ein Stromspeicher verschiebt
Ein Stromspeicher ändert an dieser Verteilung nichts Grundsätzliches: Er verschiebt Erzeugung um Stunden, nicht um Monate. Im Dezember, in dem 27,26 kWh je kWp anfallen, gibt es wenig zu verschieben. Der Speicher spielt seine Rolle deshalb dort, wo ohnehin Ertrag anfällt: im Sommerhalbjahr und in den Übergangsmonaten, wenn abends geheizt und mittags produziert wird. Was er in Ihrem Haus tatsächlich beiträgt, hängt vom Tagesprofil und von der Anlagengröße ab.
Auslegung und Größe: die Jahresarbeitszahl (JAZ) und Ihre Monatswerte
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) sagt, wie viel Wärme die Pumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht: Bei einer JAZ von 4 sind es 4 kWh, so die Verbraucherzentrale. Damit haben Sie die Brücke zwischen Wärme- und Strombedarf: geschätzter Wärmebedarf geteilt durch die JAZ ergibt den Strombedarf der Pumpe. Welche JAZ Ihre künftige Anlage erreicht, hängt vom Gebäude, von der Vorlauftemperatur (Fußbodenheizung oder Heizkörper) und von der Auslegung ab.
Auf der Erzeugungsseite zählt der Monatsverlauf Ihrer Anlage: Wie viel Ihre eigenen Module im Heizhalbjahr beisteuern können, zeigen deren zwölf Monatssummen. Wie Sie den Jahreswert Ihrer Anlage einordnen, steht in der Anleitung zum spezifischen Ertrag in kWh pro kWp.
Dieselben zwölf Zahlen sind auch der Maßstab, an dem sich ein Angebot messen lässt, ob Sie Wärmepumpe, Photovoltaik und Speicher einzeln beauftragen oder als Komplettpaket aus einer Hand.
Heizungsförderung für die Wärmepumpe: was heute gilt
Für die Heizung selbst läuft die Förderung über die KfW, Produkt 458 „Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude“:
- Die Grundförderung beträgt 30 % der förderfähigen Gesamtkosten.
- Berücksichtigt werden bei einem Einfamilienhaus Kosten bis 28.000 Euro, für die Wohneinheiten 2 bis 6 je 15.000 Euro und ab der siebten je 8.000 Euro.
- Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 % der förderfähigen Gesamtkosten. Er sinkt erstmals zum 01.02.2027 und danach halbjährlich zum 01.02. und 01.08. um je 4 %; für Anträge ab dem 01.08.2028 gibt es ihn nicht mehr.
- Insgesamt gilt grundsätzlich eine Obergrenze von 70 % der förderfähigen Gesamtkosten für eine Wohneinheit; nur bestimmte Antragstellergruppen erhalten bis zu 80 % als Zuschuss. Der Einkommens-Bonus ist nach Haushaltseinkommen gestaffelt.
- Vor dem Antrag ist eine Bestätigung zum Antrag (BzA) einzuholen, und zwar von einer Expertin oder einem Experten für Energieeffizienz aus der Expertenliste der dena (Kategorie „BEG – Wohngebäude“) oder, je nach Maßnahme, von einem Fachunternehmen.
Die KfW weist selbst darauf hin, dass die Bestätigung zum Antrag noch nicht in allen Punkten an die neue Förderrichtlinie angepasst ist, auch beim Effizienzbonus und beim Emissionsminderungszuschlag.
Nicht alles läuft über die KfW: Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und an der Anlagentechnik ohne Heizung fördert das BAFA, bei Bestandsgebäuden, deren Bauantrag oder Bauanzeige bei Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegt.
§ 14a EnWG: die Wärmepumpe als steuerbare Verbrauchseinrichtung
§ 14a EnWG nennt Wärmepumpen ausdrücklich als steuerbare Verbrauchseinrichtungen, neben privaten Ladepunkten für E-Autos, Kälteanlagen, Stromspeichern und Nachtspeicherheizungen. Die konkreten Regeln, auch die 4,2-kW-Schwelle, hat die Bundesnetzagentur festgelegt:
- Sie gelten für steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung.
- Seit dem 1. Januar 2024 müssen sich diese dimmen lassen.
- Droht eine akute Beschädigung oder Überlastung des Netzes, darf der Netzbetreiber ihren Strombezug zeitweise auf bis zu 4,2 kW reduzieren. Diese Mindestleistung steht immer zur Verfügung, damit Wärmepumpen weiterlaufen und E-Autos weiter laden können.
- Im Gegenzug erhalten Sie eine Netzentgeltreduzierung.
Dazu zählen auch Heizstäbe als Zusatz- oder Notheizung, Anlagen zur Raumkühlung und Stromspeicher, soweit sie Strom aus dem Netz laden.
Für die Netzentgeltreduzierung gibt es drei Module: eine Pauschale, je nach Netzgebiet zwischen 110 und 190 Euro im Jahr (Stand 2023); eine Reduzierung des Netzentgelt-Arbeitspreises in der Niederspannung ohne Leistungsmessung auf 40 Prozent; und ein zeitvariables Netzentgelt, das Netzbetreiber seit April 2025 anbieten müssen und das sich nur zusammen mit Modul 1 wählen lässt. Welches Modul Ihr Netzbetreiber tatsächlich anbietet und wie hoch die Pauschale in Ihrem Netzgebiet ausfällt, steht in dessen Preisblatt; das ist von Netzgebiet zu Netzgebiet verschieden und lässt sich nicht allgemein beantworten.
Diese Steuerung betrifft den Bezug der Wärmepumpe aus dem Netz. Für die Einspeisung Ihrer PV-Anlage gilt ein anderes Regelwerk; dazu steht das Nötige im Ratgeber zum Solarspitzengesetz.
Ihre eigenen Monatszahlen beantworten die Frage
Was Ihr Dach im letzten November getan hat, steht in keiner der Quellen oben. Die Antwort auf „Passt meine Anlage zu einer Wärmepumpe?“ und auf „Läuft sie überhaupt?“ steht in Ihrer eigenen Produktionshistorie. So kommen Sie an sie heran:
- Tageswerte holen. Die Hersteller-App oder der Monatsbericht Ihres Wechselrichters gibt Ihnen kWh je Tag. Notieren Sie sich die Wochen, um die es geht.
- Gegen das Wetter halten. Ein schwacher Dezember ist kein Defekt, ein toter Dezember schon. Wie Sie Tageswerte gegen das Wetter dieser Tage prüfen, steht Schritt für Schritt in der Anleitung PV-Ertrag mit dem Wetter vergleichen.
- Die zwölf Monatssummen lesen. Ihr eigener Winteranteil ist die Zahl, an der die Auslegungsfrage hängt, nicht der Durchschnitt eines Modellstandorts in der Mitte Deutschlands.
- Vor der Wärmepumpe eine Grundlinie anlegen. Wenn Sie die Monatswerte der letzten beiden Jahre notieren, bevor die Pumpe kommt, haben Sie später einen Vergleichsmaßstab, den kein Abrechnungsschreiben ersetzt.
Warum ein stiller Wechselrichter jetzt mehr kostet als vorher
Vor der Wärmepumpe kostete ein wochenlang toter Wechselrichter die entgangene Einspeisung und den entgangenen Eigenverbrauch eines normalen Haushalts. Danach kostet er mehr, weil die Pumpe unverändert weiterzieht, nur eben vollständig aus dem Netz. Der Schaden wächst also genau in den Monaten, in denen Sie ihn am wenigsten bemerken, weil ein niedriger Winterertrag ohnehin unauffällig aussieht.
Ablesung und Jahresabrechnung sind der langsamste Takt, in dem ein Betreiber überhaupt hinschaut. Im folgenden Fall fiel der Ausfall erst bei der Jahresablesung auf:
Auf Grund der Ablesung im Dez. 2013 habe ich festgestellt, das die Anlage viel mehr hätte bringen müssen. Bei der Prüfung wurde festgestellt, das 2 Strings auf Grund verschmorter Stecker nicht gearbeitet haben.
Wenn Ihre Anlage im Winter auffällig wenig oder gar nichts liefert, führt der Weg über die Triage: erst prüfen, ob es die Anlage ist oder nur die App (Wechselrichter offline trotz Sonne), dann, ob das Gerät selbst am Ende ist (Wechselrichter defekt erkennen). Und prüfen Sie einmal nach, wer die Störungsmeldungen Ihrer Anlage überhaupt bekommt: Bei vielen Anlagen ist das noch die Adresse des Installateurs (Wer bekommt Ihre Störungsmeldungen?). Solmiro behält die Tageswerte für Sie im Blick: Es vergleicht jeden Tag den Ertrag mit dem, was das Wetter über Ihrem Dach zuließ, und schreibt Ihnen eine E-Mail, wenn er deutlich darunter bleibt oder ausfällt. Das Verbinden ist kostenlos.
Fragen, die Anlagenbesitzer stellen
Deckt die Photovoltaik die Wärmepumpe im Winter?
Nein, nicht vollständig: Im Winter reicht der Solarertrag laut Verbraucherzentrale nicht, um die Heizung komplett zu betreiben. Wie groß die Lücke bei Ihnen ausfällt, hängt vom Dach ab: Für 1 kWp auf einem nach Süden ausgerichteten Dach mit 35° Neigung in der Mitte Deutschlands weist PVGIS von November bis Februar zusammen 147,19 kWh aus, das sind 14,3 % des Jahreswerts von 1.028,82 kWh.
Bringt ein Stromspeicher der Wärmepumpe im Winter etwas?
Ein Speicher verschiebt Strom innerhalb eines Tages, nicht zwischen den Jahreszeiten. Nach den PVGIS-Monatswerten für den genannten Standort entfallen auf Dezember und Januar zusammen 59,82 kWh je kWp, also 5,8 % des Jahres: An solchen Tagen ist wenig da, was ein Speicher noch verschieben könnte. Was ein Speicher im Winter tatsächlich beiträgt, hängt vom Tagesprofil des Hauses und von der Anlagengröße ab; eine allgemeingültige Zahl dafür gibt es nicht.
Wie hoch ist die Heizungsförderung für eine Wärmepumpe?
Die KfW gibt eine Grundförderung von 30 % der förderfähigen Gesamtkosten, dazu derzeit 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, der erstmals zum 01.02.2027 sinkt. Bei einem Einfamilienhaus werden Kosten bis 28.000 Euro berücksichtigt. Insgesamt gilt grundsätzlich eine Obergrenze von 70 % der förderfähigen Gesamtkosten für eine Wohneinheit, je nach Antragstellergruppe bis zu 80 %. Die Richtlinie hat sich zuletzt am 21.07.2026 geändert; prüfen Sie die Zahlen auf der KfW-Seite.
Muss meine Wärmepumpe steuerbar sein (§ 14a EnWG)?
Die Regeln gelten für steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung, und seit dem 1. Januar 2024 müssen sich diese dimmen lassen. Der Netzbetreiber darf ihren Strombezug zeitweise auf bis zu 4,2 kW reduzieren; im Gegenzug bekommen Sie eine Netzentgeltreduzierung (Bundesnetzagentur).
Woran sehe ich, ob meine PV-Anlage im Winter normal produziert oder ausgefallen ist?
An den Tageswerten aus der Hersteller-App oder dem Monatsbericht, verglichen mit dem Wetter dieser Tage. Ein Wintermonat mit wenig Ertrag ist normal; ein Monat mit null Ertrag an Tagen, an denen die Nachbarschaft Sonne hatte, ist es nicht. Der Weg dahin steht in der Anleitung zum Vergleich von Ertrag und Wetter.